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Jawa 500 OHC - Forum

1952-1958

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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 4.618 mal aufgerufen
 Jawa 500 OHC
Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

15.03.2012 20:01
Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo Jawafreunde,
nach 2 Jahren und 7500 km komme ich endlich dazu meine vor 2 Jahren restaurierte Lichtmaschine einer Überprüfung zu unterziehen. Typ 6 Volt, 60 Watt, 1200 U/min.

Da ich es immer noch nicht geschafft habe mir einen Lichtmaschinenprüfstand zu bauen, habe ich meine knapp 400 Watt leistende Drehbank vergewaltigt und sie kurzfristig zu einem Prüfstand umgebaut. Auf die 400 Watt kommen wir noch zu sprechen.
Da ich ein Freund alter Technik bin wurde auf Elektronik weitgehend verzichtet, was ich bis heute nicht bereut habe.
Spruch von mir: Ich will einen Lanzbulldog mit Glühkopfmotor und nicht mit Common Rail sehen.
Da der alte mechan. Regler defekt war(Rückstromschalter klemmte), wurde ein elektr. Regler eingebaut.(Da wurde ich schwach)
Ansonsten blieb alles beim Alten. D.h. nicht ganz.
Die Lichtmaschinenkohlebürsten (original 8 x 11 mm) wurden gegen Bürsten der JAWA 354 (8 x 8 mm) umgetauscht, da damals keine verfügbar und mir 25 € pro Satz zu teuer waren. Der Satz 8 x 8 mm kostete 1 € und hat nach 7500 km einen Verschleiß von unter 1 mm. Die halten für mich bis zum Lebensende.
Ach so, und dafür mußte ich pro Halter ein 3 mm Blech einlöten. Kosten hielten sich in Grenzen.

Rep. Kosten
1 Satz Unterbrecherkontakte 11,- €
2 Kugellager 2 RS (6200, 6202) 11,-
2 Federn Fliehkraftverstellung 9,-
1 elektr. Regler 44,-
2 Lichtm. Kohlebürsten 1,-
1 Filzscheibe vor 6202 0,10
Kleinmaterial 3,-
Summe 79,10 €

Verschleiß nach 7500 km:

Kohlebürsten von 19 mm auf 18,1 mm. Lebensdauer sicher 30 000 km.
Unterbrecherkontakte von 0,4 mm auf 0,37 mm, entspricht einer Veränderung der Schließzeit von 18 auf 15 %. Lebensdauer sicher 15 000 km. Veränderung Frühzündung rechts/links bei Leerlaufdrehzahl: 9 auf 7 / 8 auf 7 Grad.

Während der 7500 km gab es keinen Ausfall an Lichtmaschine und Zündung.
Die Reglereinschaltdrehzahl liegt bei ca. 800 U/ min.
Probleme gab es bei der Prüfung der Lichtmaschinenleistung von 60 Watt, die mit meiner Drehbank nicht möglich war, weil Motor zu schwach. Mit 400 Watt wurden lediglich 45 Watt gemessen. Für 60 Watt hätte ich ca. 600 Watt Antriebsleistung benötigt.
Das ergibt einen sehr schlechten, aber früheren üblichen Wirkungsgrad, von ca. 15 %.
Das ist fast 1 PS nur für Licht und Zündung.
Heutige Lichtmaschinen haben einen Wirkungsgrad von 50 %.

Und nun schaut Euch mal die Bildchen an.

Euer JAWA-Freund

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

16.03.2012 17:23
#2 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Der Druckfehlerteufel hat zugeschlagen, was Fachleute mit Sicheheit schon bemerkt haben.
Richtig muß es heißen:
1. Rep.Kosten vor den 7500 km
2. .....entspricht einer Veränderung der Schließzeit von 15 auf 18 %.
3. Kohlebürsten von 19 auf 18,1 / 17,8 mm.

Gruß Henning

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

18.03.2012 15:04
#3 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Liebe Jawafreunde,
hatte nicht mit diesem Echo gerechnet, denn ich habe viele PN und Telefonanrufe, auch von Nichtjawafahrern, bekommen.
Dieses Thema, mechanische oder elektr. Zündung, ist wohl für viele ein Reizwort.
Ich bin nicht der große Elektro Mann und habe nur ein Standard-Wissen.
Will das meiste Gefragte allgemein beantworten.

Habe jetzt die wirkliche Antriebsleistung der Drehbank gemessen und komme auf einen Lichtmaschinenwirkungsgrad von ca. 20 %.
Gemessen aber direkt an der Lichtmaschine.
Wenn man die Zahnradübersetzung zwischen Motor und Antrieb-LM (4 Zahnräder) dazurechnet, sind die 15 % Gesamtwirkungsgrad schon realistisch.
Ja, es sind insgesamt 6 Zahnräder zwischen Antrieb Motor und Zündunterbrecher. Dafür hätte der Konstrukteur nachsitzen müssen, denn soetwas tut man nur bei untenliegenden Nockenwellen.
Meine 500 Standard Rex mit Königswelle von 1938 hatte den Unterbrecher direkt oben links an der Nockenwelle (da gehört er hin) und die Lichtmaschine war über eine Kette (2 Kettenräder) angetrieben und durch Verdrehen wurde die Kettenspannung eingestellt.
So einfach kann man konstruieren wenn man Fachmann ist.
Die heute zu kaufenden Unterbrecherkontakte sind oft minderwertig, d.h. wenig Wolfram bei den Kontakten,zu starke Vorspannung der Blattfeder und

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

18.03.2012 15:42
#4 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

ungeeignetes Material des Kunststoffgleitstück. Ich hatte Kontakte von Schierle,mußte die Federkraft aber wesentlich verringern.
Wenn Kontakt, Federkraft und Kunststoffgleitstück aufeinander abgestimmt sind, halten die Kontakte sicher 15000 km.
Ich mache alle 500-1000 km Heißlagerfett an das Gleitstück. Dauert 1 min.
Das Einstellen nach Schließwinkel in Grad oder % ist wesentlich einfacher und schneller als mit Fühllehre, zumal durch die Höcker und Kraterbildung eine korrekte Prüfung nicht möglich ist.
Besitze ein Boschgerät von 1965, wo der Schließwinkel in % abgelesen wird.
20 % Schließwinkel sind bei 360 Grad (1 Umdrehung) 72 Grad Schließwinkel. Und das ist schon eine ganze Menge und verbraucht auch dementsprechend Strom für die Zündung. Ich habe ca. 15 Watt gemessen. Sowas macht man eigentlich nur bei sehr hochdrehenden Motoren (10000 U/min), wo die Schließzeit da oben sehr kurz ist.
Aber bei max. 5000 U/min. eigentlich nicht notwendig.
Moderne 6 Zyl. Motore bis 7000 U/min. haben Schließwinkel von nur 35 Grad und laufen auch.
Ach ja, ich fahre auf all meinen Oldtimermotorrädern Zündkerzen NGK B7 HS und die kosten im großen Supermarkt ca. 2 €.
Übrigens, war auch eine Frage, stelle ich die Zündung mittels Gradscheibe ein, welche auf die Kurbelwelle linke Seite gesteckt wird. Dazu wurde in das linke Motorgehäuse in Höhe der KW ein Loch gebohrt und da kommt die Verbindung zur Gradscheibe rein.
Auch so ein Unding von JAWA es den Leuten zu überlassen wie der OT gefunden und die Zündverstellung eingestellt wird. Habt ihr das verstanden wie die Zündung laut JAWA Angabe über das Abzählen von Zähnen und Zahnlücken eingestellt wird? Ich nicht.
Auch dafür ein Nachsitzen.

Alles viel zu lang geworden.

Henning

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

19.03.2012 12:47
#5 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Lupo aus NL schreibt mir, dass seine JAWA 500 OHC Lichtmaschinekohlebürsten von 8 x 10 mm hat.
Ja das stimmt, meine 2. Lichtmaschine hat sie auch. Beide von PAL und beide 6 V, 60 Watt 1200 U/min.
Die Kohlebürsten 8 x 11 (Typ RC 27) kosten pro Satz ca. 25 € und sind schwer zu bekommen.
Die " 8 x 10 (Typ RE 54) kosten pro Satz ca. 14 € und sind leicht zu bekommen.

Ich verwende für alle meine Oldtimer einen Reglertyp mit einstellbarer Ladespannung.
Das ist notwendig, wenn man unterschiedliche Batterien (Blei Säure, Gel oder NiCad) hat.
Auch der Innenwiderstand der Feldwicklung (Normal ist 2 - 3 Ohm)muß berücksichtigt werden.
Nachgebaute Feldwicklungen haben oft einen größeren Widerstand (ca. 4 Ohm) und benötigen eine höhere Reglereinstellung.
Ich fahre immer ca. 10 km mit einem Spannungsprüfgerät auf dem Tank und stelle dann die Reglerspannung auf ca. 7 Volt ein.
Wichtig dabei ist sich zu entscheiden ob man immer mit oder ohne Licht fährt, denn ein mit Licht eingestellter Regler, angenommen 7 Volt, hat beim Fahren ohne Licht eine höhere Spannung, z. B. 7,5 Volt.
Der Kapazitätshaushalt meiner JAWA 500 OHC ist ausgeglichen, obwohl ich immer mit Licht fahre.
Ca.10 - 20 Watt für Zündung je nach Drehzahl, 25 Watt Scheinwerfer und 5 Watt Rücklicht sind noch im Ladeplus der Lichtmaschine (max. 60 Watt), was das Ampermeter auch anzeigt.
Ach ja, alle meine Oldtimer (West und Ost) haben Batterieminus an Masse und die Regler sind alle minusregelnd, d.h. eine Seite der Feldwicklung ist an Plus und die andere wird über den Regler nach Minus geregelt.
Leider gibt es da viele Verwirrungen, weil Ost und West andere Bezeichnungen hatten.
Wenn beim tschechischen Regler VAPE DF+ steht, ist er nach westeuropäischem Standard minusregelnd.
Da werden oft an den Stammtischen heiße Gespräche geführt, weil jeder was anderes meint.
Alles mal wider viel zu lang geworden.
Gruß Henning.

Jawa 500 Offline

Jawa Profi


Beiträge: 216

21.03.2012 13:38
#6 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo,

Danke für die interessanten Beiträge!
Die Massegeschichte + oder - hat mich anfangs auch etwas Nerven gekostet, aber mittlerweile halte ich bei allen Motorrädern außer meinen Engländern "- an Masse" durch. Bei Engländern gehört "+ an Masse" irgendwie dazu, wie auch die Fußschaltung auf der "falschen" Seite...


Mit ölverschmiertem Gruß, Axel

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

21.03.2012 14:44
#7 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo Axel,

aber auch die deutsche Standard Rex hatte Fußschaltung rechts (4 Gang von Hurth)
Anbei ein Bild von mir aus 1956 mit der 500 Standard-Rex von 1936 und 22 PS.
Leider hatte ich sie verunstaltet mit Telegabel und untenliegende Awo-Auspuffanlage.
War damals sehr stolz, aber heute schäme ich mich.
Auf dem Bild sieht man oben unter dem Tank den runden Deckel. Dahinter ist der Unterbrecher.
Und an meinem rechten Bein unten den Lichtmaschinenantrieb mit Kette. Alles ganz einfach.
Das war 1936 und in Serie ab 1934. Ein Bekannter von mir hat sie aus 1938 mit Hinterradfederung.
Ein 3 mal Hoch auf diesen Konstrukteur.

Beste Grüße Henning.

Jawa 500 Offline

Jawa Profi


Beiträge: 216

22.03.2012 00:33
#8 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

und ich hab sie als Standard Rex 350 sport baujahr 1949...Es wurden 1949 von Standard noch aus Vorkriegsbeständen ca. 250 Rex angeblich für die Polizei im Saarland zusammengebaut, da nur dort wegen der frz. Besatzungszone 350 ccm Motorräder erlaubt waren.

Hier ein Bild im Fundzustand. Zwischenzeitlich habe ich den Originaltank genau der Maschine nach ca. 30 Jahren Trennung gefunden und suche nur noch den Bosch EAS 150 Scheinwerfer mit 80mm Tachoöffnung...

http://files.homepagemodules.de/b68957/f4t5p8219723n1.jpg

Mir gefällt die Rex auch wahnsinnig gut und mit der Königswelle passt sie gut zu den Jawas!

Und schämen brauchst Du dich für den Umbau wirklich nicht! Zeitgenössische Umbauten haben auch ihren Reiz!

Mit ölverschmiertem Gruß, Axel

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

22.03.2012 12:01
#9 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo Axel und alle Königswellenfans,

hier die 350 Standard Rex (18 PS) von 1938 als erstes deutsches Motorrad mit Hinterradfederung. (Foto Puckmaier)

Die sieht heute noch gut aus. Hat aber den großen Tacho, wie auch oft bei der 500er.

Und die Vorderradfederung stellt manche heutige in den Schatten, hat aber nicht die noch aufwendigere der 500er.

Auch hier in Deutschland gab es geniale Konstrukteure.

Entschuldigung für meinen Beitrag, sind ja eigentlich auf der JAWA-Seite.

Aber auch auf der Königswellenseite.

Und bei ihr sind alle Kegelräder der Königswelle mit Körner markiert für die richtige Zuordnung und Montage, wohlgemerkt ab 1934.

Da macht das Basteln Spaß.

Wenn Axel es erlaubt, weil es einige Anfragen gibt, schreibe ich nochwas mit Bildern über die Einstellung der Zündung und Kontrolle der Zündverstellung bei der JAWA 500 OHC, so nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. (Zitat von Lenin).

Gruß Henning.

Jawa 500 Offline

Jawa Profi


Beiträge: 216

24.03.2012 03:16
#10 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo Henning,

ich habe hier nichts zu erlauben! Schreib, was Du für richtig hältst und technische Beiträge zur 500er sind hier immer gern gesehen! Gerade das Thema Zündeinstellung wirft immer wieder Fragen bei Jawa Neulingen auf!


Mit ölverschmiertem Gruß, Axel

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

01.04.2012 13:50
#11 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo JAWA-Freunde,

ehe wir uns der Zündung widmen, nochmal was zu den Spannungsreglern.
Der mechan. Spannungsregler wurde praktisch über 50 Jahre in seiner Funktion nicht verändert und erst durch die Elektronik erheblich verbessert. Trotzdem finde ich ihn in seiner Funktion faszinierend. Da wird Spannung geregelt durch Vernichten (Vorwiderstand) und Kurzschließen. Und das über 50 Jahre, weil es keine andere Möglichkeit gab.
Zur Betätigung der Magnetspulen benötigt er elektr. Leistung und die liegt je nach Zustand zwischen 4 -8 Watt. Dieses muß natürlich auch von der Lichtmaschine aufgebracht werden. Bei Stillstand verbraucht er keine Energie.

Aber der elektronische Regler ist auch nicht ganz ohne, wobei der Stromverbrauch beim Regeln vernachlässigbar ist. Vorausgesetzt der Hersteller verwendet hochwertige Bausteine. Ein sehr warmgewordener Regler hat keine hochwertigen Bausteine, denn Wärme ist verlorene Leistung. Ein elektr. Regler für Oldtimer sollte auf mindestens 16 A ausgelegt sein.
Im Ruhezustand fließt aber immer ein Strom, auch wenn es nur einige Milliamperchen sind und bei einer 8 Ah Batterie mit 75 % Kapazität kann nach der Winterpause die Spannung unter 5 V liegen.
Das nur mal zum Verständnis. Experten sollten hier nicht Lesen, weil das alles Binsenweisheiten sind.

Gruß zum Sonntag.

Henning.

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

02.04.2012 12:24
#12 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Ein Einsender schrieb mir was zur Verschleißfreiheit.
Völlig korrekt, dass der größte Vorteil des elektr. Reglers in seiner Verschleißfreiheit liegt. Das ist ähnlich wie bei der kontaktgesteuerten Spulen-Zündung.
Da waren aber große Unterschiede mit den Bauteilen zwischen West und Ost, vor allem bei Kontakten und Spulen. Meine DKW RT 350 S hat noch den Originalregler von 1954!!!
Die Kontakte hatten zu wenig Wolfram (Mangelware im Osten) und der Spulendrahtlack war wenig hitzebeständig (auch im Osten), so dass bald Kurzschluß war. Diese Häufigkeit an Schäden war im Westen nicht bekannt, obwohl der Aufbau völlig identisch war.
Kleine Nebengeschichte: Ich fuhr bei der NVA in Oranienburg eine M72 und wir hatten immer 2 Ersatzregler und 2 Ersatzbatterien im Seitenwagen. Sonst ging nichts kaputt. Als dann die Russen nicht mehr liefern konnten, fuhren wir Bosch-Regler aus Westberlin, denn es gab noch keine Mauer. Das Bosch-Zeichen wurde aber rausgeschliffen auf Anweisung unseres TO. Wer heute noch eine M72 mit abgeschliffenem Bosch-Regler sieht, die kam dann vom 1. Mot-Schützenregiment Oranienburg.
Beste Grüße Henning.

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

02.04.2012 19:09
#13 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Joel aus B schreibt, das mit dem elektr. Regler die Lichtmaschine früher läd, weil die Kontrollampe früher ausgeht.

Joel, das ist leider nicht so.

Die Ruhespannung einer 6 V Batterie liegt bei ca. 6,3 Volt. Die Ladespannung liegt höher, ab ca. 6,4 Volt, egal welcher Regler.
D.h. erst wenn der Regler mehr als 6,3 V anbietet wird die Batterie geladen.
Das Ausgehen der Ladekontrollampe sagt nichts über das Aufladen, sondern nur, das aus der Batterie nichts mehr entnommen wird. Es herrscht also Gleichstand zwischen nehmen und geben.

Beim mech. Regler, siehe Bild aus dem wunderbaren DDR-Fachbuch von Ewald Dähn von 1957, wird der Rückstromschalter so eingestellt,dass er erst schließt, wenn die Spannung über 6,3 Volt liegt. Siehe Bild 47.9. Ab da fließt Strom in die Batterie und die Kontrollampe geht aus.

Der elektr. Regler hat keinen Rückstromschalter und da geht die Kontrollampe aus, wenn die Lichtmaschine Spannung liefert die über der Batteriespannung ist. Angenommen eine Batterie hat nur noch 5,8 Volt und nachdem der Motor angesprungen ist liefert die Lichtmaschine bei niedrigen Drehzahlen 5,9 Volt. Da geht die Lampe schon aus, aber die Batterie wird erst ab 6,3 V geladen.
Meine JAWA Lichtmaschine liefert ab ca. 1500 U/min über den Regler ca. 6,4 V. Ladeende ist bei ca. 4000 U/min. Das sind dann knapp 10 A, also 60 W.
Ich fahre ca. im Bereich von 3500 U/min und habe da ca. 50 W.
Die Angabe auf der Lichtmaschine mit 6 V, 60 W, 1200 U/min (das ist Ladebeginn) ist ein wenig optimistisch.

Habe nochmal gemessen: Mech. Regler verbraucht 6 W, elektr. 3 W.

Der Vorwiderstand, auf dem Bild mit Wd bezeichnet, muß beim elektr. Regler raus, sonst macht es alles keinen Sinn.
Er ist oft als Spule in der LM integriert und hat ca. 8 Ohm.

Alles viel zu lang geworden und jetzt Schluß mit Lichtmaschine.
Henning.

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

06.04.2012 14:09
#14 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Man sollte niemals nie sagen,

darum noch eine Kleinigkeit um meinen Briefkasten endlich leer zu kriegen.

Die Hauptfrage war: Henning, was hälst Du von der Elektronik an Reglern und Zündanlagen?

Antwort: Sehr viel und ist heute an modernen Fahrzeugen absolut notwendig, trotz des höheren Aufwand.

Oldtimer sind aber dazu da um alte Technik weitesgehend zu erhalten und darzustellen und das nicht nur äußerlich.

Elektronik wir häufig von Leuten verwendet die nicht aus der Branche kommen und in der Elektronik das Heilmittel suchen.

Einen mechanischen Zündunterbrecher und einen mechan. Spannungsregler zu beobachten und festzustellen wo das Problem liegt, siehe auch die Bilder im Buch von Ewald Dähn, ist für mich faszinierend. Leider gibt es keine mechan.Regler mehr in Originalqualität.

Ich schaue oft in die Foren für Oldtimerelektronik und bin erstaunt über die menge Geld die da bezahlt wird und die trotzdem noch vorhandenen Probleme, obwohl die Stückzahl ja gering ist.

Ursache ist nach meiner Meinung die Bastelarbeit mancher Hersteller, die weitentfernt von einer seriösen Entwicklung ist. In der Autoindustrie arbeiten viele hunderte von Ingenieuren in der Dauererprobung von Zünd- und Regelanlagen. Und wegen der sehr geringen Ströme in der Elektronik hat ein großer Hersteller mal vor vielen Jahren eine Rückrufaktion gemacht, die sehr sehr viel Geld gekostet hat. Da wurden die Silberkontakte in Platinkontakte umgetauscht und heute sind die auch schon aus Gold.
Ein seriöser Entwickler muß am Fahrzeug die Beschleunigungen aufnehmen in drei Achsen (x, y, z), die bis zu 30g sein können. Danach muß die Elektronik in einen Schwingungsrüttler, der diese Beschleunigungswerte simulieren kann. Und das noch bei Temperaturen zwischen -30 und +130 Grad Celsius. Wenn das ok, muß noch ein Salzsprühtest gemacht werden, denn unsere Zündabdeckungen sind nicht dicht.
Für mich gehört wegen der Temperatur, Feuchtigkeit und Schwingungen die Elektronik weit weg vom Motor.

Kein mir bekannter Bastler verfügt über eine solche sehr teure Prüfeinrichtung. Fragt doch mal nach.
Habe im letzten Jahr für einen anderen Oldtimer eine kostenlose Anlage bekommen um sie zu prüfen. Bin sie dann mal ohne Zünddeckel gefahren bei Feuchtigkeit und schon war se hin. Meine Kontaktanlage macht das locker.

Und nun ist endgültig Schluß und demnächst erscheint was über die Zündung der OHC.
Fachleute brauchen das nicht lesen und lieber en Kaffee trinken, denn das sind alles Binsenweisheiten.

Frohe Ostern wünscht Henning.

Arnold Offline

Jawa Profi

Beiträge: 220

06.04.2012 17:27
#15 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo, Henning und Jawafreunde !
Es ist immer wieder erfreulich, die kompetenden Beiträge von unserem Oldtimerfreund und - Spezialisten Henning zu lesen ! Natürlich hat er Recht, das ein Oldtimerfahrzeug weitgehenst originale Technik haben sollte ! Wie ich bereits in einem vorhergehenden Beitrag zum Thema Zündanlagen angeführt hatte, ist aber gerade in Bezug auf Zündanlagen bei Oldtimern die elektronische Zündanlage " ein Segen der Technik !" Aus meiner Erfahrung mit der Jawa 500 OHC kann ich das sehr gut beurteilen und bestätigen ! Nach anfänglichen Versuchen mit der originalen Zündanlage und daraus resultierenden hohen Kosten für Neuwicklungen von Ankern und Statorwicklungen, neue mechan. Regler usw., bin ich nun froh, eine gut funktionierende elektron. Lima zu haben ! Da ich ja bekannterweise ein "Sonderfall" der Nutzung von meiner Jawa 500 OHC bin und mit Ihr bisher in ca. 6 Jahren über 22.000 km gefahren bin ( u.a. die Helsinki - Tour 2010 zum Jawatreffen der "Jawasakki" in Finnland über ca. 3.700 km, bei extremer Hitze und Belastung durch teilweise schlechte Stassen im Baltikum, ohne Probleme absolviert habe ) kann ich hier die Vorteile der elektron. Zündanlage und - Regler sehr wohl einschätzen !
Vorher war es nicht möglich eine längere Fahrt ohne Ausfall der Lima ( Zündanlage, Regler und vor allem durchgebrannte Wicklungen von Anker und Statorwicklung ) zu absolvieren ! Selbst eine zweite Reserve - Lima war öfter nicht ausreichend... !
Jetzt, mit der elekton. Lima ( letzte Variante von der Fa. Laubersheimer - mit Geberscheibe direkt auf der Ankerwelle, natürlich ohne Fliehkraftregler - also elektron. Regelung der Frühzündungsverstellung ), bin ich vollends zufrieden ! Selbst der Motorlauf hat sich total gebessert und das erheblich !
Ich möchte auf keinen Fall auf die Vorteile der elektron. Zündanlage u.- Regler verzichten, auch um den Preis der Nichtoriginalität ! Zudem ist die Änderung von aussen nicht sichtbar und beeinträchtigt dadurch rein äusserlich nicht das Erscheinungsbild des Oldtimers !
Mit freundlichen Grüssen - Arnold

Arnold

Angefügte Bilder:
IMGP4190.JPG  
Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

07.04.2012 13:40
#16 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo Arnold,

ja das nenne ich Oldtimerzusammenarbeit.
Einer fängt an und andere greifen auf und machen mit. So soll es sein.

Nun zum Mitmachen. Da Du ja einen gut laufenden Motor hast und es vor allen Dingen der elektr. Zündung verdankst, wollen wir anderen mit schlecht laufenden Motoren (Rappelkisten) davon partizipieren, d.h. teilnehmen.
Ich will was über die Zündung schreiben und hab schon einiges gemessen.

Bitte teile uns doch Deine Frühzündungswerte in Abhängigkeit der Motordrehzahl mit, siehe Bild zum Eintragen.
Aber bitte keine Prospektangaben, sondern messen.
Sicherlich hast Du als Elektronikexperte eine Stroboskoplampe.
Wenn möglich auch noch den Zündunterbrecherschließwinkel.

Dann können wir vergleichen mit meinen Angaben und versuchen mit unserer altmodischen Fliehkraftverstellung (Änderung von Feder und Vorspannung) auf Deine Werte zu kommen.

Frohes Osterfest mit frohem Schaffen an alle JAWA-Freunde.

Gruß Henning.

Arnold Offline

Jawa Profi

Beiträge: 220

07.04.2012 17:27
#17 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo, Henning !
Danke für deine Antwort auf meinem Beitrag zu Deinem Thema Zündanlage ! Möchte aber hier klarstellen, das ich keineswegs ein "Elektronikexperte" bin, dazu fehlen die Voraussetzungen !
Sicherlich habe ich mich mit der Zündanlage der Jawa 500 OHC beschäftigt und für mich die wahrscheinlich beste Lösung gefunden ! Natürlich ist eine gute mechanische Zündanlage ausreichend gut für diesen Motor - aber da ich nur mit stark verschlissenen mechan. Zündanlagen und Reglern zu "kämpfen" hatte, ist mir die jetzige Variante gerade recht !
Sicherlich habe ich auch eine Stroboskoplampe und auch entsprechende Unterlagen zur Zündanlage der Fa. Laubersheimer, die ich im Anhang anfüge ! Darin sind die Verstellkennlinien und die Verstellwinkel in Grad - Kurbelwelle angeführt ( theoretische Werte ) ! Das besondere der elektron. Zündanlage von Laubersheimer ist die Wahl von 4 verschiedenen Verstellkurven über einen Switchschalter ( zweistellig ) ! Daher ist es möglich auf verschiedene Zündcharakteristiken von Motoren eine angepasste Einstellung zu haben - also nicht nur für die Jawa 500 OHC !
Mit meinen bescheidenen Mitteln ist es mir kaum möglich, genaue Messungen von Schließwinkel, Verstellwinkel usw. durchzuführen. Vieleicht könnten wir bei einem Treffen gemeinsam diese Messungen durchführen ?!
Mit freundlichen Grüssen - Arnold

Arnold

Arnold Offline

Jawa Profi

Beiträge: 220

07.04.2012 18:08
#18 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo, Henning und Jawafreunde !
Im vorhergehenden Beitrag ist das Herunterladen des Dokuments mit Verstellkurven der Zündanlage von Laubersheimer leider fehlgeschlagen ( falsches Bildformat ) !
Im Anhang der neue Versuch !

Arnold

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

07.04.2012 18:39
#19 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo Arnold,

und welche Kurve hast Du programmiert?

Gruß Henning.

Arnold Offline

Jawa Profi

Beiträge: 220

07.04.2012 20:11
#20 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo, Henning !
Habe die "rote" Kurve programmiert, d.h. K1-Schalterstellung "0" , das sind bei Leerlaufdrehzahl bis ca. 1200 U/min ca. 6°- 10° Kurbelwinkel und bei ca. 4.000 U/min die max. Gradeinstellung von 40° Kurbelwinkel ! Da 45° Verstellung lt. Jawawerk bei Höchstdrehzahl ( d.h. ca. 5.500 U/min ) erforderlich währen, kann natürlich an der Geberscheibe der Zündanlage entsprechend die Zündung etwas früher eingestellt werden, sodas dieser Wert erreicht wird ! Ich stelle die Zündung nach praktischen Testlauf , also nach Gefühl, ein ! Das hat sich bisher gut bewährt, dabei werden Startverhalten, ruhiger Motorlauf und Leistung berücksichtigt !
Mit freundlichen Grüssen - Arnold

Arnold

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

07.04.2012 21:15
#21 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Endlich mal Fakten schreibt Jack,

und nicht immer das übliche Wischi Waschi ohne sich festzulegen.

Und schaut Euch mal die Klicks an, wo sich Leute für unser Problem interessieren!!!

Unter der Voraussetzung, das auch beim Nachmessen dieser roten Kurve diese Werte an Arnold's Schmuckstück vorhanden sind, freue ich mich schon auf den nächsten Beitrag mit dem Thema: OHC-Zündung. Es wird spannend, das kann ich verraten.

Laßt mir Zeit dafür. Erstens kommt Ostern und zweitens bin ich ein alter Mann.

Beste Grüße Henning.

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

16.04.2012 14:37
#22 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

Hallo JAWA-Freunde,

ich muß da etwas korigieren, weil nun nochmal die andere Lichtmaschine gemessen.

Die bisher angegebenen Werte der Lichtmaschine stammten von der Ersatzlichtmaschine.
Habe nun die aus dem Motorrad gemessen und kann nun in etwa die Werte aus dem Handbuch bestätigen, d.h. die Ersatzlichtmaschine hat irgendwo eine Macke die ich suchen muß. Vermutlich hat der Anker geringen Windungsschluß.

Nun die Werte der eingebauten:

Elektr. Regler eingestellt auf 7 V. Ladebeginn 1000 U/min und bei 1500 U/min 7 Amper. Das ergibt knapp 50 Watt.
Reicht aus für Licht und Zündung und noch ein leichtes Plus von ca. 5-10 Watt.
Leider nur mit elektr. Regler möglich. Habe keinen mechan. Regler der i.O. ist.

Besten JAWA-Gruß Henning.

Henning Offline

Jawa Profi

Beiträge: 80

16.04.2012 20:47
#23 RE: Lichtmaschinenkontrolle. antworten

War mein Fehler!!!!!!!!

Beim Trennen des Kabels vom Vorwiderstand Wd habe ich die verbleibende Isolierung nicht richtig geschützt, sodass die Feldwicklung etwas Masseschluss hatte.
Kleine Ursache-große Wirkung!!!!!!!!!!!

Ja das Alter schlägt unbarmherzig zu.

Mit bestem Gruß Henning.

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